Rolfing® SI und Faszien

Die Faszien bilden ein Netzwerk aus faserigem, kollagenen Bindegewebe in unserem Körper. Sie sind seit jeher das „Arbeitsmaterial“ beim Rolfing. Die Begründerin des Rolfing, Dr. Ida Rolf, beschäftigte sich bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts intensiv mit den Faszien und erkannte deren wichtige Rolle für unser Wohlbefinden. Sie bezeichnete die Faszien als das „Organ der Form“ und ging davon aus, dass der Körper über die Behandlung des Bindegewebes plastisch und formbar ist. Wie wegweisend Ida Rolfs Theorien waren, wird durch die aktuelle Faszienforschung belegt.

Ida Rolf bezeichnete die Faszien als „Organ der Form“

Die Begründerin des Rolfings, Ida Rolf, ging davon aus, dass es die Faszien sind, und nicht Muskeln und Knochen, die uns im Inneren zusammenhalten und unser Erscheinungsbild bestimmen.

Sie war nach jahrelanger praktischer Erfahrung auch überzeugt davon, dass sich der Körper formen und in positiver Weise verändern lässt, indem man die Faszien und die Spannungsverhältnisse im Bindegewebe-Netzwerk behandelt.

Revolutionär war dabei ihr Ansatz, die Schwerkraft mit einzubeziehen.

Die Spannungen im Fasziennetz sollten beim Rolfing so ausgeglichen werden, dass sich der Körper mühelos aufrichten kann.

Das kann er nur dann tun, wenn die einzelnen Körpersegmente in etwa entlang einer vertikalen Linie ausgerichtet sind. (siehe „Über RolfingⓇ Strukturelle Integration“)

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Was sind Faszien?

Faszien durchziehen den gesamten Körper. Sie umhüllen alle einzelnen Strukturen wie Muskeln, Organe und Gefäße, und sie bilden Sehnen und Bänder.

Faszien gliedern und verbinden zugleich alle Strukturen über ein körperweites Netzwerk.

Gesunde Faszien bilden ein Gewebekontinuum, das sich den verschiedensten Belastungen durch Bewegen und Dehnen anpassen kann. Sie sind gut „bewässert“, weisen eine hohe Zugspannung auf und ermöglichen mühelos gleitende Bewegungen der Muskulatur ebenso wie Bewegungsfreiheit der Gelenke.

Rolfing: gesunde Faszien

Im Laufe des Lebens verlieren die Faszien bei den meisten Menschen an Elastizität. Sie verkleben und verfilzen an verschiedenen Stellen.

Wenn das Gewebe wieder bewässert und weicher geworden ist, können die Faszienschichten wieder besser aufeinander gleiten, und die Gelenke sind entlastet.

Wissenschaftler erklären das so: Durch die besonders langsame Art der Faszienbehandlung beim Rolfing wird aus dem Gewebe vorübergehend – wie aus einem Schwamm – Flüssigkeit herauspresst.

So kann das Gewebe neue frische Flüssigkeit aus dem Blutplasma der kleinen Blutgefäße aufnehmen.

Rolfing: Interesse an Faszienforschung nimmt zu

Während sich Ida Rolf schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts intensiv mit den Faszien beschäftigte, schenkte die etablierte Wissenschaft dem Bindegewebe lange Zeit wenig Aufmerksamkeit. Anatomen und Mediziner sahen in den Faszien ein reines „Verpackungsorgan“ für Muskeln, Knochen, Bandscheiben und Organe.

Seit dem 1. Internationalen Faszienkongress 2007 an der Harvard Universität in Boston / USA, den die Ida P. Rolf Research Foundation und die assoziierten Schulen mitorganisierten und bei dem sie als Sponsoren auftraten, änderte sich die Faszien-Welt grundlegend, und fachübergreifend begann ein reger Austausch zwischen Wissenschaftlern, Bewegungs- und Körpertherapeuten.

Dank moderner Untersuchungsverfahren ist es nun möglich, die vielfältigen Funktionen der Faszien und ihre Bedeutung für unser Wohlbefinden allmählich zu begreifen.

Die aktuelle Forschung belegt die wichtige Rolle der Faszien

  • Faszien spielen eine große Rolle bei Bewegungen, insbesondere bei der Kraftübertragung.
  • Faszien sind vermutlich unser wichtigstes Organ für die eigene Körperwahrnehmung sind – auch Propriozeption genannt. Denn sie sind dicht bestückt mit Rezeptoren, die fortlaufend Signale über unseren Körper ans Gehirn weiterleiten.
  • Freie Nervenendigungen in den Faszien können auch Schmerz signalisieren. Daher rücken die Faszien auch ins Blickfeld von Sportwissenschaftlern und Forschern, die sich mit chronischen Schmerzen beschäftigen.

Fazit

Rolfer™ haben stets die Zusammenhänge im gesamten Organismus im Blick und bearbeiten die Faszien von Kopf bis Fuß.