Über Rolf Movement®

Beim Rolf Movement™ arbeiten Rolfer™ mit ihren Klienten an ungünstigen und anstrengenden Bewegungsmustern. Ziel ist es, sich ökonomisch zu bewegen – effektiv, leicht und ohne Kraft zu vergeuden.

Rolf Movement: Lernen, sich effizient zu bewegen

Ziel des Rolf Movements ist es, zusammen mit dem Klienten die Bewegungsmuster zu finden, die zu Spannungen und zur Asymmetrie im Körper führen. Danach ist es nicht unbedingt die Aufgabe des Rolfers, die für den Klienten bequemsten Bewegungsmuster zu übernehmen. Es geht vielmehr darum, sich ökonomischer zu bewegen – mit einer besseren Balance und Effektivität in Bezug auf die Schwerkraft.

kerenor movement feturtedIda Rolf, die Begründerin des Rolfing, erkannte bereits in den 1960er Jahren, dass die Schwerkraft, die Muskeln und die Faszien eine wichtige Rolle für die aufrechte Haltung und die mühelose Bewegung des Körpers spielen.

Als Ergänzung zum Rolfing SI entwickelte die amerikanische Biochemikerin das Rolf Movement, um schmerzhafte oder ungünstige Bewegungsmuster zu verändern. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten Rolfer diese Methode weiter.

2015 hatten rund 25% der von der European Rolfing Association e.V. (ERA) ausgebildeten Rolfer™ eine Weiterbildung als Rolf Movement Practioner:

  • Ebenso wie bei der traditionellen 10er-Serie können Rolfer das Rolf Movement als Abfolge von Sitzungen anbieten, die sich auf spezielle Strukturen und Bewegungsthemen konzentrieren.

Die Bewegung bewusst vorbereiten

„Put it where it belongs and ask for movement“ (Bringe es dahin, wo es hingehört, und verlange Bewegung!) – dieser von Ida Rolf überlieferte Ausspruch weist daraufhin, wie wichtig es ist, dass sich der Körper auf jede Bewegung optimal vorbereitet. Um diesen Zeitpunkt des Pre-Movements zu unterstützen, hilft es…

  • den Boden und den Raum bewusst wahrzunehmen
  • den Körper symmetrisch auszurichten
  • die Position von Händen, Armen, Füßen, Gelenken, Kopf und Nacken zu spüren.
  • Mit recht geringem Aufwand lassen sich so ungünstige Bewegungsmuster entdecken, sodass die Klienten daran arbeiten können, sie zu verändern.

Der Rolfer Hubert Godard entwickelte Rolf Movement weiter

Viele der Movement-Übungen, die heutzutage in Europa, in den USA und in Brasilien gelehrt werden, gehen auf den französischen Tänzer Hubert Godard zurück: Der Rolfer erarbeitete vor rund 20 Jahren das Arbeitsmodell „Tonic Function“.

Laut Godard gibt es ein „Bewegungsgehirn“ (Movement Brain), das die Teile von Gehirn und Körper umfasst, die für die Bewegung verantwortlich sind. Es wird geformt vom unbewussten „Body Schema“ und vom angelernten „Body Image“, die miteinander konkurrieren:

  • Das unbewusste „Body Schema“ weiß laut Godard, wie sich der Körper harmonisch, mit möglichst geringem Kraftaufwand und möglichst schonend für Gelenke, Muskeln und Faszien bewegt. Diese natürliche Bewegungsintelligenz gilt es zu stärken, indem der Klient beim Pre-Movement (siehe Kasten) seinen Körper in Bezug auf den Raum und den Boden so bewusst wie möglich wahrnimmt.
  • Das „Body Image“ entwickeln die Menschen laut Godard im Laufe des Lebens und in bestimmten Situationen. Sie passen ihre Bewegungen ihrem sozio-kulturellen Umfeld, dem persönlichen Selbstbewusstsein und der jeweiligen Stimmungslage an – was zu ungünstigen Bewegungs- und Atemmustern führen kann. Beim Rolf Movement gilt es demnach, die Muster zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, sie durch optimale Bewegungen des unbewussten „Body Schemas“ zu ersetzen.

Tonische Muskeln stabilisieren die Gelenke und den Körper

Ida Rolf sprach von der „Mittellinie“ des Körpers, Hubert Godard bezeichnet diesen inneren Raum als Kern (Core). Um sich positiv koordiniert bewegen zu können, muss der Mensch zuerst eine innere und harmonische Stabilität aufbauen:

  • Tonische Muskeln übernehmen diese Aufgabe in der Regel. Laut Godard sprechen sie besonders gut auf Impulse an, bei denen sich der Mensch bewusst im Raum und bezogen auf den Boden wahrnimmt. Vor allem das unbewusste „Body Schema“ nutzt diese Muskeln, um Bewegungen zu stabilisieren und zu koordinieren.
  • Phasische Muskeln haben eine andere Funktion: Sie sind nicht für lang anhaltende Kontraktionen geschaffen, übernehmen jedoch oft diese Funktion der tonischen Muskeln, weil Hektik und Stress sowie das angelernte „Body Image“ es erforderlich machen.

Fazit

Rolfer und Klienten beschäftigen sich bei den Rolf-Movement-Übungen mit den tonischen Muskeln. Das Ziel ist es, den Körper optimal aus dem inneren Raum heraus stabilisieren zu können, damit sich der Mensch harmonisch, leicht und effektiv in der Schwerkraft bewegen kann.

Quelle: Dr. Hans-Michael Kallina, Rolfing Movement – der funktionelle Part von Rolfing, CoMed, 2/2008.